Ideologie trifft auf Realität
- Christoph Polly
- 15. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Elf Tage nach den verheerenden Überflutungen ist Texas weiterhin mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Derzeit wird untersucht, warum das Katastrophenmanagement am diesjährigen Unabhängigkeitstag derart versagte und über 120 Menschen ihr Leben verloren.
Videos zeigen, wie das Wasser binnen Minuten anstieg. Wer hätte wen warnen müssen? Wäre unter diesen Naturgewalten eine rechtzeitige Rettung überhaupt möglich gewesen? Oder hätte es selbst im besten aller Fälle Opfer gegeben?
Unbestritten ist:
1️⃣ Die Trump-Administration hat das Wort „Klimawandel“ – sowie wichtige Klimadaten und -informationen – von den Websites der Regierung gelöscht, als ließe sich das Problem gemäß dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ einfach in Luft auflösen.
2️⃣ Die US Environmental Protection Agency (EPA), die Umweltschutzbehörde der USA, soll von ihrer Verantwortung zur Bekämpfung des Klimawandels entbunden werden.
3️⃣ Städte, Gemeinden und Bundesstaaten verfügen nicht über die Ressourcen, um Naturkatastrophen wie diese allein zu bewältigen. Bestehende Zuschüsse an Gemeinden, die diesen bei der Vorbereitung auf die Auswirkungen des Klimawandels helfen sollten, wurden ersatzlos gestrichen. Gleichzeitig hat die Trump-Regierung seit Jahresbeginn rund 20% der Vollzeitbeschäftigten der FEMA, der zuständigen Behörde für die Katastrophenhilfe und -vorsorge, abgebaut und verfolgt nunmehr das Ziel, diese gänzlich zu schließen.
4️⃣ Seit 1980 wurde Texas von 190 extremen Wetterereignissen mit einem Schaden >1 Mrd. USD heimgesucht. Allein im Jahr 2024 schnitt Hurrikan Beryl Millionen von Menschen von der Stromversorgung ab, ein Sturm schlug Fenster aus Wolkenkratzern in Houston und Waldbrände wüteten im Panhandle.
5️⃣ Nur knapp mehr als die Hälfte von Texas ist hinsichtlich des Hochwasserrisikos erfasst. Von diesen Daten sind mehr als 75% älter als 10 Jahre. Texas hinkt diesbezüglich den meisten anderen Bundesstaaten hinterher.
6️⃣ Die neue US-Administration hat zudem Stellen beim National Weather Service abgebaut. Die Büros in den Gebieten rund um die Überschwemmungen waren (möglicherweise auch feiertagsbedingt) stark unterbesetzt.
Die Überschwemmungen in Texas mahnen uns eindringlich: Ideologie hat keinen Platz, wenn es um den Klimawandel geht. Wer Extremwetterereignisse ignoriert, riskiert Menschenleben und immense wirtschaftliche Schäden.
Wir können den Klimawandel aufhalten und damit nicht nur Leben retten, sondern auch unsere Energiekosten senken, neue Arbeitsplätze schaffen uvm.
Es liegt an uns. Packen wir es an – gemeinsam, engagiert und lösungsorientiert.
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Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht auf LinkedIn am 15. Juli 2025.
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