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Pragmatismus statt ESG Purismus


Eine nachhaltige Zukunft erfordert mehr Pragmatismus und Flexibilität statt ESG Purismus. Andernfalls laufen wir Gefahr, das Ziel der #Klimaneutralität mangels Unterstützung großer Teile der Gesellschaft zu verfehlen

Eine nachhaltige Zukunft erfordert mehr Pragmatismus und Flexibilität statt ESG Purismus. Andernfalls laufen wir Gefahr, das Ziel der #Klimaneutralität mangels Unterstützung großer Teile der Gesellschaft zu verfehlen.


Performance. Gemäß der jährlichen der The Association of Investment Companies (AIC) zogen im Jahr 2021 knapp zwei Drittel der Befragten ESG Faktoren bei Investitions-entscheidungen in Erwägung. 2022 waren es 60%, 2023 betrug der Wert lediglich 53%. Als Grund dafür wurde die schlechte(re) Performance der ESG Titel genannt. Tatsächlich hat z.B. der S&P Global Clean Energy Index im letzten Jahr ein Drittel seines Wertes eingebüßt. Gleichzeitig notierte Shell letzte Woche auf einem Allzeithoch. Es ist einfacher, sich für ESG zu interessieren, wenn sich damit viel Geld verdienen lässt, wie es noch vor drei Jahren der Fall war.


Definition. Nach wie vor existiert keine klare, einheitliche und globale Definition, was unter den Begriffen „grün“ bzw. „nachhaltig“ zu verstehen ist (und was eben nicht). Das öffnet #Greenwashing (und #Greenwishing) Tür und Tor. War es 2021 noch jeder zweite, der den Behauptungen von ESG Fonds Glauben schenkte, so ist es mittlerweile nur mehr jeder Dritte.


Umfang. Lange Zeit herrschte Konsens darüber, dass ESG und Rüstungsindustrie einfach nicht zusammenpassen. Dann kam der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. So sehr wir uns eine (friedliche) Welt wünschen, wo gelegentliche Konflikte am Verhandlungstisch oder vor internationalen Gerichten ausgetragen werden, so sehr müssen wir die traurige Wahrheit akzeptieren, dass es zur Verteidigung von Freiheit, Demokratie, Menschenrechten und Pluralismus im äußersten (!) Fall des Einsatzes von Waffen(gewalt) bedarf. Das wiederum bedeutet, dass es Unternehmen geben muss, die diese Waffen herstellen.


Perspektive. Die #Digitalisierung wird als wesentlicher Enabler einer #Transformation hin zu einer CO2-armen Zukunft betrachtet. Dementsprechend werden IT- und Digitalisierungs-unternehmen als besonders nachhaltig angesehen und stehen bei ESG Fonds hoch im Kurs. Wie ist es um den #Energieverbrauch von Datenzentren bestellt? Kommt der Strom dafür aus #Wasserkraft, PV-Anlagen oder Kohlekraftwerken? Ist #Blockchain nachhaltig? Muss andererseits Stahl automatisch immer braun sein, auch wenn es sich um grünen Stahl handelt?


Zeithorizont. Müssen wir kurzfristig das „Falsche“ tun, um langfristig den Kampf gegen den #Klimawandel zu gewinnen? Der energieintensive Abbau von #Rohstoffen wie Kupfer, Lithium und Nickel ist für die #Energiewende unerlässlich. Es gibt jede Menge an Optimierungspotential in der #Kreislaufwirtschaft. Aber dadurch allein wird sich die Nachfrage nach dringend benötigten Rohstoffen nicht befriedigen lassen.



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Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht auf LinkedIn am 25. Oktober 2023.

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