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Risk Trends 2022

Aktualisiert: 25. Juli 2022



Zwar sehen die meisten Analysten ein Licht am Ende des Tunnels der Pandemie, eine Reihe von Risiken werden den Finanzsektor auch in den nächsten 12 Monaten dominieren. Im Folgenden ein kurzer Überblick:


Markt- und Zinsrisiko: In den USA stehen in diesem Jahr bis zu fünf Zinserhöhungen bevor, für den Euroraum ist aufgrund der guten Konjunktur in den meisten Branchen und des anhaltenden Inflationsdruckes ebenfalls mit Anpassungen in der Geldpolitik zu rechnen. Das wiederum bleibt nicht ohne Konsequenzen für andere Anlageklassen, wo seit geraumer Zeit Überwertungen zu beobachten sind.


Regulatory & Compliance: ESG und Klimarisikostresstests, Kryptowährungen und Basel IV werden die Aufsichtsbehörden auch weiterhin intensiv beschäftigen und dafür sorgen, dass das regulatorische Umfeld herausfordernd bleibt.


Humankapital: Kündigungen, Pensionierungen, die Präferenz für Home-Office und ein immer größerer Wunsch nach Work-Life-Balance sind am Bankensektor nicht spurlos vorüber gegangen. Skills in den Bereichen ESG und Digitalisierung sind rar gesät. Zudem erschwert Omikron das Onboarding neuer Mitarbeiter.


Operationelle Risken & Reputation: Cyberattacken nehmen zu, auch das Betrugsrisiko steigt durch das Arbeiten von zu Hause. Viele Finanzinstitutionen haben ihre Prozesse und Kontrollen nicht der neuen Realität angepasst. Darunter leidet naturgemäß die Reputation der betroffenen Finanzhäuser.


Kreditrisiko: Obwohl die Weltwirtschaft weiter auf Erholungskurs segelt, bleiben Risiken bestehen. So könnte sich Evergrande zu einer veritablen Immobilienkrise auswachsen. Verwerfungen in diesem Sektor führen regelmäßig zu erhöhten Zahlungsausfällen von Unternehmen und Konsumenten.


Unsicherheiten: Von zusätzlichen Sanktionen rund um den Krisenherd (Ost-)Ukraine, über geopolitische Unruhen wie zuletzt in Kasachstan mit Implikationen auf den Öl- und Gasmarkt sowie Schäden aus Naturkatastrophen in dreistelliger Milliardenhöhe und die damit einhergehenden sozialen Folgen, bis hin zu einer neuerlichen Unterbrechung der globalen Lieferketten aufgrund steigender COVID-Zahlen und Lockdowns – von all diesen Unsicherheiten gehen in diesem Jahr beträchtliche Gefahren für Banken und Versicherungen aus.

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Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht auf LinkedIn am 15. Januar 2022.

Bildquelle: Marsh Mclennan

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