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Seltene Erden sind gar nicht selten



Scandium, Yttrium, Cer, Neodym, Europium gelten als Seltene Erden. Diese (und andere) chemische Elemente werden für die Herstellung von Glas und Lasern, Bildschirmen und Festplatten, Windrädern und Elektrofahrzeugen sowie in der Medizintechnik benötigt. Für die Energiewende sind diese Rohstoffe unverzichtbar.


China hat im vergangenen Jahr (kurzzeitig) Europa, den USA und Japan den Zugang zu Seltenen Erden eingeschränkt. Spannend ist dabei ein oft übersehener Akteur, der zuletzt die Schlagzeilen dominierte: Venezuela. Neben enormen Ölreserven verfügt das Land auch über bedeutende Vorkommen an Seltenen Erden und kritischen Mineralien, die offenbar bereits in chinesische Lieferketten fließen.


Der entscheidende Punkt: Seltene Erden sind geologisch gar nicht so selten. Der Engpass liegt in der Verarbeitung. Diese ist komplex, teuer, technologisch anspruchsvoll und ökologisch heikel. China hat dieses industrielle Ökosystem über Jahrzehnte aufgebaut – der Rest der Welt kaum bis gar nicht.


Der eigentliche Engpass liegt somit nicht unter der Erde, sondern darüber. Wenn wir uns aus dieser strategischen Abhängigkeit befreien wollen, müssen wir nicht nur Kapital aufbringen, sondern auch technologisches Know-how und die industrielle Infrastruktur aufbauen sowie ökologische Zielkonflikte auflösen.


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Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht auf LinkedIn am 14. Januar 2026.


 
 
 

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